Im “flow” sein (erschienen auf Minimalismus.com)

Was mir in meinem Leben immer klarer geworden ist, ist dass es für jeden Menschen einen optimalen Fluss gibt. Befinden wir uns in diesem Fluss, dann geht uns Vieles einfach und scheinbar problemlos von der Hand.
So bekam ich kürzlich eine e-mail von einer Freundin, die ein Buch über Hochsensibilität schreibt, mit der Bitte, meinen Input zu geben. Als ich die Mail las, war es Samstag Morgen 8.00 Uhr. Nur mein kleiner Sohn war wach, alle anderen schliefen. Spontan fiel mir zu zwei Themen etwas ein und innerhalb von anderthalb Stunden hatte ich mit einem friedlich neben mir spielenden Kind etwas Ordentliches zu Papier gebracht. Offensichtlich passte alles gerade. So eine Aktion ist nicht planbar. Sie war aber zu diesem Zeitpunkt perfekt und super effizient. Ich war in meinem Flow. Ich finde Effizienz ist etwas Wunderbares und hat eine eigene Schönheit. Im Fluss zu sein lässt sich an Effizienz nicht überbieten.
Ich kann bewusst darauf hinarbeiten, mehr in diesem Fluss zu sein, dazu muss ich mich so gut wie möglich kennen. Ich muss herausfinden was mir liegt, woran habe ich Spaß? Mir persönlich liegen z.B. überraschende Spontanaktionen wie die oben beschriebene. Mir ist es wichtig nicht fremdbestimmt auf automatischen Wegen durch mein Leben gegangen zu werden. Ich möchte im Pilotensitz sitzen und das kann ich nur wenn ich weiß was ich will.
Was will ich?

Wie bekomme ich heraus, was ich wirklich will?
Meine Klienten sagen meist im Brustton der Überzeugung: Ich weiß genau was ich will und was ich nicht will. Das stimmt oft nur an der Oberfläche. Um herauszubekommen, was wirklich in meinem Leben los ist, ist nämlich nicht entscheidend was ich denke, sondern was ich tue und warum.
Beispielsweise hatte ich einen Klienten, der sich bitter darüber beschwerte, wie chaotisch sein Leben sei. Er vergesse, den Strom oder das Telefon zu bezahlen, bekomme Mahnungen von der Steuerbehörde etc. Wir haben uns gemeinsam sein bisheriges Leben angesehen und festgestellt, dass er Dramen liebt. Er gibt zu, dass er sich ohne diese Dramen zu Tode langweilen würde.
Damit ist er nicht alleine. Ich hatte schon eine ganze Reihe Klienten, die gerne auf die eine oder andere Art Dramen erschaffen. Dies ist natürlich alles ohne Wertung zu sehen. Was für den einen passt, ist für den anderen ein Gräuel.
Wenn uns bewusst ist, wie wir wirklich ticken, in meinem Beispiel warum wir Dramen erschaffen, können wir daran gehen, zu schauen, was wir ändern wollen. Wir können agieren. So könnte der Klient von oben das Rechnungen bezahlen delegieren, sollte es ihn wirklich stören, wenn der Strom abgestellt wird und sich lieber einen aufregenden neuen kreativen Job suchen, der mehr seinem Naturell entspricht.
Ich habe für mich herausbekommen, dass ich mich schnell langweile, wenn ich nur eine Aufgabe habe. Mir kommt es entgegen, Mutter von 3 Kindern zu sein, eine Heilpraktikerpraxis zu haben und Seminare in Island zu machen. Seit ich das weiß versuche ich meinen Impulsen viel mehr zu folgen. Und dass möchte ich allen ans Herz legen.

Folge Deinen Impulsen
Impulse sind die kleinen Stupser, die man spüren kann, wenn man aufmerksam und im Jetzt ist. Ich übe schon lange, sie wahrzunehmen, schaffe es aber oft immer noch nicht. Vielleicht kennt Ihr das auch: Man denkt hinterher… genau diesen Impuls hatte ich gestern, warum bin ich ihm nicht gefolgt?
Impulse helfen dir, deinen Weg zu finden. Wenn Du offen bist, kannst Du auf diese Weise jede Menge Anregungen und Ideen einsammeln. Impulse helfen Dir Deinen natürlichen Flow zu finden und damit effizienter Deinen Weg zu gehen.
Im Sommer 2013 hatte ich beispielsweise ein Tief. Ich überlegte was mir gut tun würde. So trat ich mehreren Facebook Gruppen bei, die sich mit Island beschäftigen. Ich bin ein Islandfan und freue mich über die vielen tollen Fotos, die in diesen Gruppen gepostet werden. Ein paar von meinen eigenen könnt Ihr hier sehen.

Impressionen aus Island (c) Inge Schumacher
So schuf ich die Voraussetzung dafür meine Freundin Helga aus Island kennen zu lernen. Sie suchte über Facebook jemanden zum Mitmachen für ihre Seminare für Frauen. Wir fingen an über Skype zusammenzuarbeiten und lernten uns im März 2014 auf der ITB in Berlin persönlich kennen. Im Mai 2014 fand unser erstes gemeinsames Seminar in Island statt. Der Impuls, mir etwas Gutes zu tun hatte also mehr als nur kurzfristige positive Folgen.
Was hindert uns daran, unseren Impulsen im Alltag zu folgen? Schlechte Stimmung ist ein Hauptgrund. Auch tun wir automatisch viele Dinge, die wir meinen tun zu müssen.

Wie komme ich aus einer schlechten Stimmung wieder heraus?
Wenn es mir nicht gut geht, sieht die Welt grau und öde aus. Aus dieser Situation kann ich nicht aktiv agieren. Ich reagiere eher und Ihr werdet es kennen, dass man einen schlechten Tag hat und immer mehr Negatives dazukommt: Klienten sagen ab, eine unerwartet dicke Rechnung flattert ins Haus oder man fährt auch noch eine Beule ins Auto. Wie kommt Ihr aus einer schlechten Stimmung mit relativ wenig Aufwand heraus?
Ein Trick ist, sich 30 Sekunden 100 prozentig auf etwas anderes Schönes zu konzentrieren: Eine Tasse Kaffee auf der Bank draußen genießen. Die Blume am Wegesrand bewundern, ein Bild betrachten und sich an einen glücklichen Moment erinnern. Diese kurze Zeitspanne reicht aus, um Energie zu drehen. Kinder können uns da etwas vormachen. Sie sind noch viel mehr im Jetzt als wir.
Probiert es aus, es funktioniert! Man sieht die Welt danach mit anderen Augen und ist wieder in der Lage zu agieren.
Impressionen aus Island (c) Inge Schumacher

Muss ich dies wirklich tun?
Wenn ich weiß was ich im Moment wirklich will, kann ich einfacher mein Leben danach ausrichten und Sachen streichen, die mir früher gedient haben, die mich jetzt aber behindern. Hierbei geht es sowohl um Gegenstände als auch um Gewohnheiten und Glaubensüberzeugungen. Diese hindern mich daran, in meinem Fluss zu kommen.

Hier ein Beispiel:
Früher war ich der Meinung , ich müsste viel mit meinen Kindern spielen, auch wenn ich überhaupt keine Lust dazu hatte. In der Regel hatte dies zur Folge, dass ich grantig und die Kinder quengelig wurden. Irgendwann habe ich eingesehen, dass ich keine immer geduldig spielende Mutter bin. Dieses Bild hatte ich aber irgendwie verinnerlicht. Seither spiele ich mit meinen Kindern nur, wenn ich wirklich Spaß daran habe. Interessanterweise haben sie sich nie beschwert und mir geht es deutlich besser damit. Ich mache, so mehr die Dinge, die mir Freude bereiten. Ich folge mehr mir selbst. Das Leben wird damit einfacher und effizienter.
Fazit
In meinem Flow sein bedeutet effizient zu sein. Viele Zeitfresser erweisen sich als überflüssig. Ich fühle mich wohler, weil ich mehr das tun kann, was mir Spaß macht. Meine Arbeit geht mir leichter von der Hand. Ich spare sehr viel Energie.
Jeder von Euch kennt dieses Gefühl, wenn etwas einfach gut läuft. Wir können von diesen Momenten viel mehr in unserem Leben gebrauchen. Es macht uns und die Menschen um uns herum glücklicher und zufriedener.

Inge Schumacher ist verheiratet, Mutter von drei Kindern, hat BWL studiert und 9 Jahre im Controlling und in der Unternehmensberatung gearbeitet.
Aufgrund der Asthmaerkrankung ihrer ältesten Tochter fing sie an sich nach alternativen Heilmethoden umzusehen. So gelang sie 2007 zu ihrer Ausbildung als Heiler mit anschließender Tätigkeit als Heilpraktikerin.
Seit 2014 veranstaltet sie außerdem mit einer Freundin, die schon dort lange lebt, wunderbare Seminare für Frauen in Island.

Mehr über Inge und ihr Tätigkeit als Heilpraktiker findet ihr unter http://www.physio-energie.com